23. Februar 2022 – Zu lange Wartezeit auf einen Termin in der Kopfschmerzpraxis, unrealistische Erwartungen der Patientinnen und Patienten sowie unzureichende Kostenerstattung der Kopfschmerztherapien. So lautet die Top-3-Mängelliste von 300 Hausärztinnen und Hausärzten, die an einer Umfrage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) im Rahmen der Initiative »Attacke! Gemeinsam gegen Kopfschmerzen« teilgenommen haben. Außerdem wünschte sich fast die Hälfte der Befragten einen intensiveren fachlichen Austausch mit Kopfschmerzspezialisten.

München/Frankfurt a.M., 23.11.2021 – Das Kopfschmerzregister der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) hat den 1000. Patienten eingeschlossen. Ziel des deutschlandweiten medizinischen Projekts unter Leitung von Frau PD Dr. Ruth Ruscheweyh von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist es, Lücken in der medizinischen Versorgung von Kopfschmerzen zu identifizieren und so langfristig die Behandlung zu verbessern. Gleichzeitig wird Betroffenen ein System zur digitalen Dokumentation ihrer Kopfschmerzen zur Verfügung gestellt.

Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne betreffen 10-15% der deutschen Bevölkerung und führen oft zu einer erheblichen Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Alltag. Obwohl es gute Behandlungs­möglichkeiten gibt, kommen diese nicht allen Patienten und Patientinnen zugute. Solche Lücken in der Versorgung zu identifizieren und zu schließen hat sich die DMKG zur Aufgabe gemacht.

Persönliche Kopfschmerzdokumentation

Das Kopfschmerzregister unterstützt Betroffene bei der Dokumentation ihrer Kopfschmerzen und bietet die Möglichkeit, diese mit dem behandelnden Arzt/Ärztin zu teilen. Die DMKG-App fragt als digitaler Kopfschmerzkalender täglich das Auftreten von Kopfschmerzen ab. Im Patientenportal werden die wichtigsten Informationen zu den Kopfschmerzen erfasst, z.B. Kopfschmerzhäufigkeit und -stärke, Medikation, bisherige Diagnostik und Vorerkrankungen. Diese Informationen können bereits vor dem Arzttermin eingegeben und dann dem behandelnden Arzt/Ärztin zur Verfügung gestellt werden. Dadurch kommt der Patient mit kompletter Dokumentation zum Arzt/Ärztin und es bleibt mehr Zeit für die persönliche Beratung.

Beitrag zur Kopfschmerzforschung

Der Arzt/die Ärztin ergänzt dann im Register noch einige Informationen, z.B. die Kopfschmerzdiagnose. Auf diese Weise wird gleichzeitig eine Datenbank aufgebaut, die in anonymisierter Form für wissenschaftliche Auswertungen genutzt wird. So kann man zum Beispiel herausfinden, welche Kopfschmerzmedikamente aus Sicht der Patienten am besten wirksam und verträglich sind, und wie diese sich einerseits auf die Kopfschmerzhäufigkeit, andererseits auf die Lebensqualität auswirken. Das Kopfschmerzregister ist beim Deutschen Register Klinischer Studien registriert (DRKS00021081).

1000 Patienten eingeschlossen

Das Register ist im Juni 2020 an einigen spezialisierten Zentren gestartet und wurde inzwischen auf  18 Zentren ausgeweitet. Am 23.11.2021 wurde der 1000. Patient eingeschlossen. Das Feedback von Patienten und Behandlern ist sehr positiv. Das System ist einfach zu nutzen, funktioniert technisch zuverlässig, stellt die Kopfschmerzdokumentation für Patienten und Ärzte in übersichtlicher Form sowohl online als auch zum Herunterladen zur Verfügung und vermeidet lästigen Papierkram. Mit 1000 Patienten steht jetzt eine Datenbasis zur Verfügung, aus der schon erste Fragestellungen beantwortet werden können. Erste Ergebnisse wurden vom 20.-23. Oktober 2021 in Mannheim auf dem Deutschen Schmerzkongress gezeigt.

DMKG und Projektpartner

Die inhaltliche Konzeption des Registers erfolgt durch die DMKG, die technische und (datenschutz)rechtliche Entwicklung durch das Institut für Informationssysteme (iisys) und die Forschungsgruppe Recht der Hochschule Hof sowie die IT-Firma smartlytic. Die Finanzierung erfolgt durch Eigenmittel der DMKG, im Verlauf ist finanzielle Unterstützung durch die Partnerfirmen Lilly, Novartis und Teva hinzugekommen. Die Datenhoheit liegt alleine bei der DMKG.

Wer kann teilnehmen?

Wer kann als Kopfschmerz-Betroffener teilnehmen? - Die kostenlose und werbefreie DMKG-App kann in Kürze von jedem Kopfschmerz-Betroffenen genutzt werden. Das Patientenportal steht Patienten zur Verfügung, die bei einem am Kopfschmerzregister teilnehmenden Arzt in Behandlung sind.

Wer kann als Arzt teilnehmen? Jedes ärztliche Mitglied der DMKG, das das Kopf- und Gesichtsschmerzzertifikat der DMKG erworben hat, kann seine Praxis oder sein Zentrum zur Teilnahme anmelden.

Weitere Informationen: www.kopfschmerzregister.de, www.dmkg.de

Wissenschaftlicher Ansprechpartner: PD Dr. Ruth Ruscheweyh, kopfschmerzregister@dmkg.de

Presseinformation als PDF zum Download

Mit der Initiative »Attacke! Gemeinsam gegen Kopfschmerzen« will die DMKG die Kopfschmerzversorgung verbessern. Im Fokus stehen Migräne, Medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerz. Wer in der Versorgung von Kopfschmerzpatienten tätig ist, kann das Informationsangebot nutzen: www.attacke-kopfschmerzen.de

Die Initiative wird finanziell unterstützt von den Unternehmen Allergan an AbbVie Company, Lilly Deutschland, Novartis Pharma und Teva. Alle fachlichen Inhalte wurden ausschließlich von Experten aus den Reihen der unabhängigen DMKG ehrenamtlich verfasst und sind nicht von Werbebotschaften beeinflusst.

Pressekontakt
Pressestelle der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.
Initiativenbüro »Attacke! Gemeinsam gegen Kopfschmerzen«
c/o albertZWEI media GmbH, Oettingenstr. 25, 80538 München, Tel.: 089 4614 86-29
E-Mail: presse@attacke-kopfschmerzen.de
Pressesprecher der DMKG: PD Dr. med. Charly Gaul

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) ist seit 1979 die interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft für Kopf- und Gesichtsschmerzen, in der Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Pharmakologen und Apotheker organisiert sind. Der unabhängige und gemeinnützige Verein setzt sich für die Verbesserung der Therapie der vielen Millionen Patient:innen in Deutschland mit akuten und chronischen Kopfschmerzen ein. Die Fachgesellschaft fördert die Forschung und organisiert Fortbildungen für medizinische Fachberufe sowie einmal jährlich den Deutschen Schmerzkongress gemeinsam mit der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die DMKG ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in der Weltkopfschmerzgesellschaft (International Headache Society).

Anlässlich des Deutschen Kopfschmerztags am 5. September betont die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) die entscheidende Rolle der Hausärzte bei der Behandlung von Kopfschmerzen. Fast 40 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden an Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Durch den häufigen Konsum von Schmerzmitteln können sich Kopfschmerzen verstärken und zunehmend schlechter auf die Therapie ansprechen. Die Diagnose lautet dann Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Gleichzeitig entwickeln die Patienten häufig eine depressive Verstimmung und es kann darüber hinaus zu Schäden an Leber und Nieren kommen. „Der Hausarzt ist meist der erste Ansprechpartner für diese Patienten. Ihm kommt eine Schlüsselrolle in der Steuerung von Diagnostik und Therapie zu. Vor allem die vorbeugenden Therapien müssen mehr eingesetzt werden als bislang“, so Prof. Dr. med. Zaza Katsarava, Präsident der European Headache Federation und DMKG-Kopfschmerzexperte.

Migräne und Spannungskopfschmerzen sind Volkskrankheiten. In der Therapie stehen nicht nur Akutmedikamente zur Verfügung. Gerade bei Patienten mit zunehmend häufigen Kopfschmerzen kommt prophylaktischen Maßnahmen eine enorme Bedeutung zu. Die private und berufliche Belastung steigt vor allem bei Betroffenen mit 8 und mehr Kopfschmerztagen pro Monat sprunghaft an. In der Regel wirken sich die Kopfschmerzen nicht nur auf das persönliche und das gesamte soziale Umfeld aus. Oft kommt es begleitend zu Angststörungen und Depressionen. Wissen sich Patienten nur mit Schmerzmitteln zu helfen, kann der Schmerz chronifizieren und es können internistische Komplikationen hinzukommen – ein Teufelskreis. Hat sich der Kopfschmerz erst einmal chronifiziert, wird die Behandlung deutlich schwieriger. Therapeutisch sind dann oft multimodale Therapieansätze durch Ärzte, Psychologen und Physiotherapeuten erforderlich [1].

Prophylaxe beugt chronischen Kopfschmerzen vor

Circa 2–3 Prozent der Weltbevölkerung leiden an mehr als 15 Tagen pro Monat an Kopfschmerzen und circa die Hälfte der Betroffenen nimmt zu oft Schmerzmittel ein. Bei einer regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln an mehr als 9 Tagen pro Monat liegt bereits ein schädlicher Übergebrauch vor! Es ist erwiesen, dass einer Chronifizierung von Kopfschmerzen vorgebeugt werden kann, wenn die Risikofaktoren rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt werden. Diese sind eine Kopfschmerzfrequenz von mehr als 7 Kopfschmerztagen pro Monat, die häufige Einnahme von Schmerzmitteln, begleitende Depressionen, Angsterkrankungen und zusätzliche andere Schmerzerkrankungen wie Rücken- und Nackenschmerzen [2].

Hausarztpraxen spielen in der Behandlung von Kopfschmerzen eine entscheidende Rolle

„Wir wissen, dass es in der Hausarztpraxis teilweise an der nötigen Zeit fehlt, die besonders schwer betroffenen Patienten adäquat zu beraten und zu therapieren“, sagt Prof. Katsarava. Er weist auf eine paneuropäische Studie hin, die gezeigt hat, dass ein Großteil der Migränepatienten keine adäquate Akuttherapie und vor allem nicht die leitliniengerechte prophylaktische Therapie erhält, die sie medizinisch benötigten [3]. Auch eine kürzlich durchgeführte Studie in Hausarztpraxen in Deutschland, Lettland, der Türkei und Portugal zeigt Optimierungsbedarf bei der Behandlung von Kopfschmerzpatienten auf [4]. Eine gute Versorgung von Kopfschmerzpatienten ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Hausärzten, Neurologen und Kopfschmerzspezialisten. Dieser medizinischen und gesundheitspolitischen Herausforderung stellen sich EHF und DMKG. Die EHF hat ein Dreistufensystem entwickelt, welches auf einer hochqualitativen Primärversorgung durch die Hausärzte fußt und nur die komplexeren Patienten an die Fachärzte bzw. universitäre Einrichtungen weiterleitet [5]. Um die Hausärzte bei der Versorgung der Kopfschmerzpatienten zu unterstützen, bietet die DMKG kostenfrei umfassendes Informationsmaterial für Ärzte und Patienten an.

Die Risikofaktoren für eine Chronifizierung brauchen mehr Beachtung

Ziel ist, durch eine verbesserte Kooperation zwischen Hausärzten, Neurologen und Kopfschmerzspezialisten flächendeckend zu erreichen, dass in der Hausarztpraxis auch differenzierte Kopfschmerzdiagnosen gestellt werden und Patienten mit hohem Risiko für eine Chronifizierung in der Hausarztpraxis erkannt und frühzeitig an den Facharzt überwiesen werden. In der Hausarztpraxis sollen eine gezielte Akuttherapie und erste Maßnahmen der medikamentösen und nicht medikamentösen Prophylaxe eingeleitet werden. „Ein wesentlicher Vorteil für die Hausärzte ist, dass sie ihre Patienten kennen und daher Risikofaktoren für eine Chronifizierung früh erkennen“, betont Prof. Katsarava.

Durch Edukation zur besseren Kopfschmerzversorgung

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Wissensvermittlung und Edukation. Die DMKG bietet hierzu strukturierte Fortbildungen für Ärzte und medizinisches Fachpersonal an. Damit kann eine konsequente Umsetzung von differenzierten Konzepten in der Kopfschmerztherapie noch besser gewährleistet werden, wie kürzlich in einer Studie in Estland gezeigt werden konnte [6]. Gemeinsames Ziel ist es, auch in Deutschland die Qualität der medizinischen Versorgung von Kopfschmerzpatienten weiter nachhaltig zu verbessern.

Termine zum Thema Kopfschmerzen

11. September 2021
Deutschsprachiger Fortbildungstag Kopfschmerz im Rahmen des International Headache Congress (8.–12. September)
Initiiert von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG). Neun Vorträge von Kopfschmerzexperten, darunter Prof. Zaza Katsarava, mit praxisrelevanten Themen für Hausärzte zum obigen Thema.

20.–23. Oktober 2021

Deutscher Schmerzkongress 
Unter dem Motto „Wissen schaffen – Wissen leben“ ist ein Hauptthema die Migräne- und Kopfschmerztherapie im Erwachsenen- und Jugendalter.

Laufend Fortbildungsangebote und kostenfreie Informationsmaterialien der DMKG für Patienten unter www.dmkg.de und unter www.attacke-kopfschmerzen.de

Fortbildung für medizinisches Fachpersonal: Headache-Nurse-Kurse der DMKG. Termine unter www.dmkg.de und unter www.attacke-kopfschmerzen.de

Literatur

[1] Diener HC, Gaul C, Kropp P et al, Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 2018.

[2] Katsarava Z, Schneeweiss S, Kurth T et al. Incidence and predictors for chronicity of headache in patients with episodic migraine. Neurology 2004;62:788-90. doi:10.1212/01.wnl.0000113747.18760.d2.

[3] Katsarava Z, Mania M, Lampl C et al. Poor medical care for people with migraine in Europe – evidence from the Eurolightstudy. J HeadachePain 2018;19:10. doi:10.1186/s10194-018-0839-1.

[4] Lenz B, Katsarava Z, Gil-Gouveia R et al. European Headache Federation and Lifting The Burden: the Global Campaign against Headache. Headache service quality evaluation: implementation of quality indicators in primary care in Europe. J Headache Pain 2021;22:33. doi:10.1186/s10194-021-01236-4.

[5] Steiner TJ, Jensen R, Katsarava Z et al. Aids to management of headache disorders in primary care (2nd edition): on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: the Global Campaign against Headache. J Headache Pain 2019;20:57. doi:10.1186/s10194-018-0899-2.

[6] Braschinsky M, Haldre S, Kals M et al. Structured education to improve primary care management of headache: how long do the benefits last? A follow-up observational study. J Headache Pain 2016;17:24. doi:10.1186/s10194-016-0613-1.

Zur besseren Lesbarkeit wurde auf die geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

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Mit der Initiative »Attacke! Gemeinsam gegen Kopfschmerzen« will die DMKG die Kopfschmerzversorgung verbessern. Im Fokus stehen Migräne, Medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerz. Wer in der Versorgung von Kopfschmerzpatienten tätig ist, kann das Informationsangebot nutzen: www.attacke-kopfschmerzen.de

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Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) ist seit 1979 die interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft für Kopf- und Gesichtsschmerzen, in der Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Pharmakologen und Apotheker organisiert sind. Der unabhängige und gemeinnützige Verein setzt sich für die Verbesserung der Therapie der vielen Millionen Patient:innen in Deutschland mit akuten und chronischen Kopfschmerzen ein. Die Fachgesellschaft fördert die Forschung und organisiert Fortbildungen für medizinische Fachberufe sowie einmal jährlich den Deutschen Schmerzkongress gemeinsam mit der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die DMKG ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in der Weltkopfschmerzgesellschaft (International Headache Society).

1. September 2021 – Leistungsdruck in der Schule, emotionaler Stress, zu viel Zeit am Bildschirm und zu wenig Bewegung: Fachleute machen den veränderten Lebensstil dafür verantwortlich, dass immer mehr Kinder und Jugendliche im Schulalter über Kopfschmerzen klagen. Eine ärztliche Diagnose und Behandlung erhalten nur wenige. „Eltern sollten das Problem nicht unterschätzen. Kopfschmerzen können den Alltag und die Zukunft Heranwachsender stark beeinträchtigen und in einem Teufelskreis aus Leistungsabfall, Schulangst und sozialer Isolation enden“, sagte Dr. Gudrun Goßrau, Expertin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) anlässlich des Kopfschmerztages 2021. Man müsse daher die gesellschaftlich verbreitete Bagatellisierung von Kopfschmerzen überwinden und gezielte Präventionsstrategien aber auch mehr spezifische Therapieangebote für Kinder und Jugendliche schaffen, so Dr. Goßrau.

Die wichtigste Botschaft der Leiterin der Kopfschmerzambulanz am Universitätsklinikum Dresden: Wenn Kopfschmerzen bei Kindern regelmäßig oder häufig auftreten, sollten sie nicht selbst behandelt, sondern unbedingt vom Arzt diagnostiziert werden. „Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Migräne kann genetische Ursachen haben und muss anders behandelt werden als Kopfschmerzen vom Spannungstyp“, betont Dr. Goßrau. Nur die Ärztin oder der Arzt kann gemeinsam mit der Familie herausfinden, woher die Kopfschmerzen kommen und eine Therapie entwickeln.

Individuelle Therapie durch Kombination verschiedener Maßnahmen

Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind die häufigsten Kopfschmerzdiagnosen bei Kindern und Jugendlichen. Oft sind Stressfaktoren in Familie, Schule oder Freundeskreis der Auslöser. Die Therapie besteht in einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen: von Verhaltensregeln, wie ausreichendem Trinken oder regelmäßigem Schlafen, bis hin zu regelmäßigem Sport, weniger Termindruck und mehr Entspannungszeiten. Auch mit einem gezielt eingesetzten Medikament kann die Alltagsbelastung durch akute Kopfschmerzen reduziert werden. „Schmerzmedikamente sollten Kinder aber nur einnehmen, wenn sie vom Arzt oder der Ärztin in geeigneter Dosierung verordnet wurden. Sie können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen auch auslösen oder verstärken. Manche sind nicht für Kinder zugelassen“, erklärt Dr. Goßrau.

Kinder leiden häufig unter Kopfschmerzen, erhalten aber nur selten eine Diagnose

Wie häufig Heranwachsende unter Kopfschmerzen leiden, zeigte eine Studie der TU Dresden, an der mehr als 2.700 Schülerinnen und Schüler teilnahmen: Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, regelmäßig Kopfschmerzen zu haben. Mehr als ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen mit mindestens zwei Kopfschmerztagen im Monat fehlten dadurch häufiger in der Schule. Eine ärztliche Diagnose und Therapie der Kopfschmerzen erhielten aber nur die wenigsten. „Dabei ist gerade das entscheidend für die Zukunft und Lebensqualität der betroffenen Kinder“, betont Dr. Goßrau.


Die Aufzeichnung der Pressekonferenz finden Sie hier: Online-Pressekonferenz 

Das Manuskript des Vortrags zu "Hilfe bei Kopfschmerzen und Migräne" von PD Dr. Tim Jürgens können Sie hier als PDF herunterladen. 

 

Fachlicher Kontakt für die Medien
PD Dr. Gudrun Goßrau
Fachärztin für Neurologie - Spezielle Schmerztherapie, Leiterin der Kopfschmerzambulanz, Universitätsklinikum Dresden
gudrun.gossrau2@uniklinikum-dresden.de

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Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG)
ist seit 1979 die interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft für Kopf- und Gesichtsschmerzen, in der Ärzt:innen, Psycholog:innen, Physiotherapeut:innen, Pharmakolog:innen und Apotheker:innen organisiert sind. Der unabhängige und gemeinnützige Verein setzt sich für die Verbesserung der Therapie der vielen Millionen Patient:innen in Deutschland mit akuten und chronischen Kopfschmerzen ein. Die Fachgesellschaft fördert die Forschung und organisiert Fortbildungen für medizinische Fachberufe sowie einmal jährlich den Deutschen Schmerzkongress gemeinsam mit der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die DMKG ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in der Weltkopfschmerzgesellschaft (International Headache Society). www.dmkg.de

Mit der Initiative »Attacke! Gemeinsam gegen Kopfschmerzen« will die DMKG die Kopfschmerzversorgung verbessern. Im Fokus stehen Migräne, Medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerz. Wer in der Versorgung von Kopfschmerzpatienten tätig ist, kann das Informationsangebot nutzen: www.attacke-kopfschmerzen.de

Viele Kopfschmerzpatient:innen fühlen sich mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen. Sie erhalten oft nicht die richtige Diagnose und somit nicht die richtige Therapie. Dabei lassen sich Kopfschmerzen und Migräne in der Regel gut behandeln.

Anlässlich des Deutschen und Europäischen Kopfschmerztages am 5. bzw. 12. September 2021 lädt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) Sie zu einer Online-Pressekonferenz ein:

Termin

  • Mittwoch, 1. September 2021, 10-11 Uhr

Programm

  • Hilfe bei Kopfschmerz und Migräne
    PD Dr. Tim Jürgens, Präsident der DMKG, Facharzt für Neurologie, Rostock

  • Kopfschmerzen bei Kindern: Worauf Eltern achten sollten
    PD Dr. Gudrun Goßrau, Fachärztin für Neurologie - Spezielle Schmerztherapie, Dresden

  • Fragen an die Referierenden, Moderation: Bianca Leppert, Journalistin

Registrierung

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Danke für Hinweise auf Veröffentlichungen oder die Zusendung eines Belegs.

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Mit der Initiative »Attacke! Gemeinsam gegen Kopfschmerzen« verhilft die DMKG Kopfschmerzerkrankungen zu mehr Aufmerksamkeit. Im Fokus stehen Migräne, Medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerz. Jeder, der in der Versorgung von Kopfschmerzpatienten tätig ist, kann das Informationsangebot nutzen: www.attacke-kopfschmerzen.de.

Die Initiative wird finanziell unterstützt von den Unternehmen Allergan an AbbVie Company, Lilly Deutschland, Novartis Pharma und Teva. Alle fachlichen Inhalte wurden ausschließlich von Experten aus den Reihen der unabhängigen DMKG ehrenamtlich verfasst und sind nicht von Werbebotschaften beeinflusst.

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Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) ist seit 1979 die interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft für Kopf- und Gesichtsschmerzen, in der Ärzt:innen, Psycholog:innen, Physiotherapeut:innen, Pharmakolog:innen und Apotheker:innen organisiert sind. Der unabhängige und gemeinnützige Verein setzt sich für die Verbesserung der Therapie der vielen Millionen Patient:innen in Deutschland mit akuten und chronischen Kopfschmerzen ein. Die Fachgesellschaft fördert die Forschung und organisiert Fortbildungen für medizinische Fachberufe sowie einmal jährlich den Deutschen Schmerzkongress gemeinsam mit der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die DMKG ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in der Weltkopfschmerzgesellschaft (International Headache Society).

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